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Debatte Mindestlohn: Dies sind die schlecht-bezahlten Jobs Deutschlands

16. Dezember 2012 Keine Kommentare
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Ein Thema das nie enden will – der Mindestlohn. Sogar die FDP steht ihm offen gegenüber. Die Koalition will noch vor der Bundestagswahl eine Entscheidung treffen.

Die Diskussion um den Mindestlohn ist mal wieder in aller Munde. Die FDP scheint auch gesprächsbereit, kein Wunder, die Bundestagswahl rückt immer näher. Dass es in einzelnen Regionen und Branchen Fehlentwicklungen gibt, räumte bereits Generalsekretär Patrick Döring ein. Die Liberalen zeigen sich nachdenklich und sie wollen für Arbeitsbedingungen sorgen, bei denen die arbeitende Mitte ihren Lebensunterhalt und ihre Perspektive erwirtschaften kann. FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle schlug in die gleiche Kerbe ein, er kündigte an, dass das Thema Mindestlohn im nächsten Koalitionsausschuss behandelt wird. Die FDP wolle mit CSU und CDU darüber reden.

Ihr Konzept zum Mindestlohn wurde von der Union bereits präsentiert. Dabei wird eine Lohnuntergrenze für Beschäftige vorgesehen, aber nur wenn kein eigener Tarifvertrag vorliegt. Eine paritätisch besetzte Kommission aus Gewerkschaftlern und Arbeitgebern soll dabei den Mindestlohn festlegen. Das Konzept unterscheidet sich deshalb von dem flächendeckenden, gesetzlichen Mindestlohn, den die Opposition fordert. Im Versandhaus müssen Kunden für ihre Ware auch angemessen bezahlen, warum erhalten dann viele Arbeitnehmer keine angemessene Entlohnung?

Es gibt in zwölf Branchen schon einen Mindestlohn und zwar im Maler- und Lackierergewerbe, im Bauhauptgewerbe, im Elektrohandwerkt, bei Aus- und Weiterbildungsdienstleistern, für die Abfallwirtschaft und Dachdecker, Gebäudereiniger, bei Bergbauspezialisten, der Pflegebranchen, der Zeitarbeit, Wäschereidienstleistung und Sicherheitsdienstleistung. Hier liegen die Löhne zwischen 7,50 bis 13,70 Euro.

Die Verdienstdaten des Statistischen Bundesamtes zeigt die prekäre Lage zahlreicher Beschäftigter. Metzger, Kellner oder Friseure kommen kaum auf ein Bruttogehalt von 2.000 Euro im Monat. Bei den Friseuren gibt es bereits Bewegung. Im April sollen die Verhandlungen über einen Mindestlohn beginnen. Verhandlungsführerin der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Ute Kittel: „Alle Landesverbände des Friseurhandwerks sehen die Notwendigkeit, einen branchenweiten Mindestlohn zu verhandeln. Die Dienstleistungen des Friseurhandwerks haben einen Preis, den künftig nicht mehr die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch unhaltbare Löhne subventionieren.“

Das verdienen die Deutschen

11. Dezember 2011 Keine Kommentare

Angestellten Gehalt 224x300 Das verdienen die Deutschen

Angestellten Gehalt - flickr/Sarah_Ackerman

Studiert man den Wirtschaftsteil der Tageszeitungen und die Abendnachrichten im TV, so zeichnet sich ein munteres Wechselspiel zwischen Rezession und Aufschwung in Deutschland ab. Negative Prognosen werden nach einigen Monaten von positiven Vorhersagen über die künftige wirtschaftliche Entwicklung abgelöst, bis das “Spiel” sich oft ebenfalls nach wenigen Monaten schon wieder umkehrt. Wie ist die Lage aber bei den Bürgern und deren monatlichem Verdienst? Bei wem kommt im Geldbeutel genug an für ein Leben mit viel Komfort und wer muss eher jeden Cent zweimal umdrehen?

Mit erheblichem gesellschaftlichen Renommee ist nach wie vor der Beruf des Arztes verbunden. Dennoch sank deren Lohn in den letzten 20 Jahren um rund die Hälfte ab, wenn man die Inflation in die Berechnung einbezieht. Insoweit ist es fast schon erstaunlich, dass die “Halbgötter in Weiß” auch heute noch die unangefochtenen Bestverdiener in Deutschland darstellen.

Gleichfalls komfortabel stellt sich die Lage für Angestellte im öffentlichen Dienst und für Beamte dar. In den letzten beiden Jahrzehnten stieg ihr Einkommen auch unter Einberechnung der Inflation kontinuierlich an. Insbesondere die Verwaltungsfachleute erklommen daher bislang ungeahnte Höhen und markieren nunmehr nach den Ärzten die am zweitbesten verdienende Gruppe in Deutschland. Ihnen folgen im Übrigen Geschäftsführer (Rang 3) sowie Unternehmensberater (Rang 4).

Eine weniger einheitliche Linie lässt sich bei einer weiteren, relativ angesehenen Berufsgruppe ausmachen. Anwälte in Deutschland (Rang 5) verdienen nur dann sehr gut, wenn sie in wirtschaftlich sehr gesunden Kanzleien arbeiten, wobei die dort geforderten Arbeitszeiten das Jahreseinkommen von 60.000 bis 80.000 Euro bei näherem Hinsehen und Nachrechnen doch erheblich relativieren. Ganz anders gestaltet sich die Situation jedoch beim Großteil der Anwälte, die die Universitäten nicht mit Top-Noten verlassen haben. Trotz eines Studiums von insgesamt wenigstens sechs Jahren verdienen sie oft kaum mehr als ein Kassierer im Supermarkt.

Auch auf den nachfolgenden Rängen ist einige Bewegung über die letzten 20 Jahre zu verzeichnen. Auf die Anwälte folgen mittlerweile Makler, die im Jahr 1990 gerade mal den 29. Rang in der Gehaltshierarchie eingenommen hatten. Hochschullehrer, die zum Zeitpunkt ihres Rufes auf eine Professur nicht selten über 40 Jahre sind, folgen sodann auf Rang 7 unmittelbar vor den Bauingenieuren (Rang 8) und den Architekten (Rang 9). Das Schlusslicht der Top-Ten wird von den Maschinenbauingenieuren gestellt, die insoweit einen verschmerzbaren Abstieg hinnehmen müssen (Rang 8 im Jahr 1990).

Aufschlussreich ist auch eine Betrachtung der Einkommensverteilung aus dem Blickwinkel des Alters der Beschäftigten. Diesbezüglich lässt sich feststellen, dass ältere Arbeitnehmer im Schnitt mehr hinzuverdienen konnten als jüngere Kollegen. Dies gilt indes nur eingeschränkt im Bereich der Führungsaufgaben; denn Angestellte in Führungspositionen konnten ihr Bruttoeinkommen um beachtliche 18 Prozent steigern.